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Wissensmanagement und Social Software

Wissensmanagement im Enterprise 2.0 for Dummies

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Es gibt ein paar Werke, von denen ich mir wünschte, ich hätte sie selbst geschrieben bzw. erstellt, weil sie genau das aussagen, was ich denke. Und das auch noch einfach verständlich. Eine Präsentation, die ich vor ein paar Tagen bei Slideshare gefunden habe, gehört definitiv zu dieser Kategorie:

Social Software ist klasse. Die wichtigste Applikation auf meinem Laptop ist Firefox. Ich liebe Wikipedia, Blogs, Social Networking und alles andere, das mir eine Quelle der Information und Kommunikation erschließt, die ich mir vor ein paar Jahren noch nicht hätte träumen lassen.

Trotzdem ist Social Software nur ein Tool. Ein schönes Tool, aber eben nur ein Tool. Nur, weil man ein Wiki in seiner Organisation oder seinem Unternehmen installiert, betreibt man kein Wissensmanagement. Das wäre einfach, und jedes Unternehmen müsste einfach nur in ein paar Server investieren, um sein intellektuelles Kapital optimal zu nutzen.

Wie man Social Software im Wissensmanagement nutzen kann, ohne den alten Fehlvorstellungen auf den Leim zu gehen, zeigt der zweite Teil:

Es geht nicht um die Lagerung von Wissen, sondern um die Nutzung von Wissen – Just In Time! Und weil niemand besser als der Mitarbeiter selbst weiss, welches Wissen er gerade benötigt, funktioniert dieser Wissensaustausch am besten in informellen Netzwerken. Und hier gilt es mit Social Software anzusetzen: Ich muss ein ideales Umfeld für informelle Netzwerke schaffen, auch über die Grenzen von Gebäuden, Standorten und Dienstreisen hinweg.

Oft wird richtig erkannt: Die Unternehmenskultur ist wichtig für effizientes Wissensmanagement. Und dann wird ebenso falsch gefolgert: Dann muss man eben ein Leitbild vorgeben, welches den Wissensaustausch fordert. Das Problem ist nur, dass die Kultur gelebt wird und sich nur sehr eingeschränkt von Leitbildern beeinflussen lässt.

Wenn ich es schaffe, die Idee der informationell selbstverantwortlichen Mitarbeiter, wie sie im Web 2.0 gefordert und gefördert wird, erfolgreich in meiner Organisation zu verbreiten und dadurch generierte Erfolge offensichtlich werden, dann ergibt sich viel eher eine Veränderung der Kultur, die dann auch abseits der technischen Lösungen fruchtbaren Boden für den mehrwertbringenden Austausch von Wissen bietet.

Besonders gut finde ich ich im zweiten Teil die Feststellung, dass das Teilen von Wissen nicht einen Sonderstatus oder gar eine zusätzliche Belastung im täglichen Arbeiten darstellen soll. Wissen zu Teilen muss zum selbstverständlichen Nebeneffekt der Arbeit werden.

Wie man das Konkret anpacken kann zeigt Teil 3:

Integration ist hier der wichtige Punkt. Wissensmanagementinstrumente und Social Software dürfen keine Alternativ- oder gar Konkurrenzangebote zu anderen Systemen sein. Sie müssen direkt in die tägliche Arbeit, in die Prozesse integriert werden. Erst auf diese Weise erzeuge ich Wissensteilung „im Vorbeigehen“.

Auf jeden Fall bin ich den drei vom T-Systems MMS sehr dankbar, dass sie nicht nur diese klasse Präsentation entwickelt haben, sondern sie auch frei bei Slideshare zur Verfügung stellen.

Geschrieben von Dennis Marc Busch

12. März 2009 um 13:59

Veröffentlicht in Enterprise 2.0, social software

Ein neuer Blog über Wissensmanagement – Warum?

mit einem Kommentar

Ein neuer Blog über Wissensmanagement. Warum?

Aus Unzufriedenheit.

In meiner Tätigkeit als Wissensmanager begegene ich immer wieder dem Begriff Wissensmanagement. Leider aber vor allem dann, wenn jemand seine Produkte oder Dienstleistungen verkaufen möchte und diesen Eigenschaften andichtet, die angeblich einen Beitrag zum Wissensmangement leisten. Da werden Data Warehouses oder Dokmentenmanagementsysteme plötzlich zu „Wissensmanagement-Software“ oder „Wissensdatenbanken“. Ein wirkliches Verständnis der Zusammenhänge und des Potentials dieser Managementdisziplin erkenne ich leider viel zu selten. Leider gilt das sogar für viele sogenannte Fachtagungen und Konferenzen zum Thema.

Der Kern dieses Fehlverständnisses liegt meiner Meinung nach darin, dass zwar eingesehen wurde, dass Wissen eine wichtige Ressource für Organisationen ist. Das Wesen des Wissens wird aber völlig verkannt. In vielen Ansätzen zum Wissensmanagement, mit dem ich mich beschäftige, wird immer noch versucht, den Schwerpunkt der Strategie darauf zu legen, das Wissen der Mitarbeiter aus diesen herauszupressen und in Flaschen abzufüllen – sprich: in Datenbanken abzuspeichern. Leider wird dabei meist übersehen, dass der Anteil des Wissens, den ein Mensch überhaupt schriftlich formulieren kann, relativ klein ist. An die Problematik, dass dieses abgelegte Wissen schnell veraltet und auch wieder aufgenommen werden muss, um überhaupt wiederbenutzt werden zu können sowie die dabei auftretenden Produktivitätsverluste, denkt dabei kaum jemand.

Interessant ist, dass das eigentlich ungeheure Potential von Social Softeware – also Web-2.0-Systemen wie Wikis, sozialen Netzwerken, Blogs usw. – dabei wiederum häufig verkannt wird und diese als Substitut für „Wissensdatenbanken“ verwendet werden. Da werden dann eben Wikis dafür verwendet, das „Wissen“ der Mitarbeiter „abzuspeichern“. Oder man baut „Expertenverzeichnisse“ auf. Und im traurigsten Fall wird dann auch noch versucht, diese Fehlentwicklung mit monetären Anreizsystemen völlig zu Fall zu bringen.

Es tut mir Leid für alle da draußen, die Ihre Wissensmanagement-Strategie – falls überhaupt eine existiert – in obigen Absätzen wiedererkennen. Das ist wirklich nur alter Wein in neuen Schläuchen.

Viel effizienter und einfacher ist es, sich darauf zu konzentrieren, Wissen nicht abzuspeichern und in Datenbanken verrotten zu lassen. Statt dessen sollte man Wissen so verstehen, dass es immer an Personen gebunden ist. Der Mensch hat dem Computer nämlich voraus, dass er durch Kreativität aus Wissen neues Wissen machen kann. (Sollten Computer in den nächsten Jahren die Fähigkeit erlangen, ähnlich kreativ und innovativ mit Wissen umzugehen, wie wir Menschen das können, bin ich bereit, auch meinen Standpunkt radikal zu ändern. Noch sieht es aber nicht danach aus.) Erst die Nutzung des Wissens bringt Mehrwert!

Wer sich darauf einlässt, dem erschließt sich fast zwangsläufig ein entsprechendes Verständnis des Managements von Mitarbeiterwissen: Nicht auspressen, abfüllen und einlagern – sondern Wissensnutzung Just-In-Time! Mit den Möglichkeiten, die uns Social Software heutzutage bringt, wird die Dokumentation von kodifizierbaren Wissen beinahe automatisch erledigt.

Den Mensch in den Mittelpunkt einer Wissensmanagementstrategie zu stellen, das darf nicht nur ein Lippenbekenntnis sein, während man lediglich ein paar zusätzliche Server ins Rack stellt.

Dieser Blog wird die hier nur angerissenen Ideen zur Diskussion stellen. Gemeinsam mit Gastautoren möchte ich meine und deren Erfahrungen eines wirksamen Wissensmanagements weitergeben. Social Software wird dabei eine wichtige Rolle spielen, aber auch Methoden, die ganz ohne Informationstechnologie auskommen.

Ich hoffe, Ihr Interesse geweckt zu haben und freue mich auf Ihre Kommentare.

Geschrieben von Dennis Marc Busch

8. März 2009 um 13:53

Veröffentlicht in Philosophisches

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